RUF CTR
Die Geschichte des RUF CTR
Ende der 80er Jahre stellte Porsche den 959 vor, einen Hightech 911, in dem sämtliche Entwicklungen verbaut waren, die dem Werk zur Verfügung standen.
Ein hochentwickelter Allradantrieb, ein Sechszylinderbiturbo mit Registeraufladung und einer Leistung von 450 PS, ein verstellbares Fahrwerk und vieles mehr. Zu einer Zeit, als sich die Hersteller mit Höchstgeschwindigkeitsrekorden überboten, stellte RUF 1987 ein Fahrzeug vor, das für einen neuen Rekord sorgen sollte: Den RUF CTR, ein Porsche 911 in Leichtbauweise mit einem Hightech-Motor.
Der gezielte Einsatz von Aluminium im Bereich der Türen und des Kofferraumdeckels und weitere Maßnahmen senken das Leergewicht der Porsche Carrera-Karosserie um 200 kg. Der erste Biturbo der Firma RUF leistet bei einem Hubraum von 3366 cm³ 469 PS bei 5950/min, die Leistung wird über ein Fünfganggetriebe auf die Hinterräder übertragen.
Für die Beschleunigung in negativer Richtung sorgt eine Brembo-Bremsanlage mit innenbelüfteten, gelochten Bremsscheiben und einem Durchmesser von 330 mm.
Im RUF CTR wird auch zum ersten Mal das Denloc-System eingesetzt, eine in Zusammenarbeit mit der Firma Dunlop entwickelte Reifengeneration mit Notlaufeigenschaften, die sogar im Fall einer Reifenpanne noch ein adäquates Reisetempo mit entsprechender Reichweite ermöglicht.
1987 stellte sich der RUF CTR auf der Volkswagen-Teststrecke Ehra-Lessien der etablierten Sportwagenkonkurrenz. Formel 1-Weltmeister Phil Hill und Le Mans-Sieger Paul Frère erreichten eine Höchstgeschwindigkeit von 339,8 km/h, damit stand der RUF CTR als schnellster Serienwagen der Welt fest!
Ein Jahr später fuhr der heutige Chefredakteur von „auto motor und sport“, Bernd Ostmann, mit dem RUF CTR auf der italienischen Rennstrecke Nardo sogar 342 km/h. Mit dem RUF CTR ist ein Supersportwagen entstanden, der sich mit seinen Fahrleistungen in der Klasse eines Ferrari F40 bewegt, dabei aber uneingeschränkte Alltagstauglichkeit bietet.
RUF CTR 2
10 Jahre nach Erscheinen des RUF CTR war die Zeit reif für einen Nachfolger: Wie bereits der "Yellow Bird" von 1987, besticht auch der RUF CTR 2 durch eine Reihe technischer Innovationen, die seine Spitzenstellung innerhalb des RUF Modellprogramms deutlich herausheben.
Erstmals kommt in einem straßenzugelassenen Sportwagen die Kombination einer Kohlefaserbremsanlage und Magnesiumschmiederädern im 19-Zoll-Format zum Einsatz, der 3600 cm³ große Biturbomotor leistet 520 PS bei 5800/min.
Während der Heckflügel im Porsche Turbo ausschließlich aerodynamischen Nutzen hat, funktioniert er im CTR 2 außerdem noch als Airbox und dient zusätzlich der Anströmung des Ladeluftkühlers.
Im Innenraum fällt neben den RUF-Sportsitzen und Instrumenten ein in die Karosserie integrierter Überrollkäfig (IRC) vor allem dadurch auf, dass er auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist. Doch dies ist nur ein kleiner Auszug aus dem Lastenheft eines Autos, das von der Fachpresse mit Ikonen vom Schlage eines McLaren F1 oder Ferrari F50 verglichen wird.
RUF CTR 3
Genau 20 Jahre nach dem CTR, dem legendären „Yellow Bird", und gute 10 Jahre nach dem CTR 2 präsentierte RUF im April 2007 den CTR 3. Während die beiden ersten CTR-Generationen noch dem Heckmotorprinzip huldigten, setzt RUF beim CTR 3 nun auf ein Mittelmotorfahrzeug. Eines hat der CTR 3 jedoch mit seinen beiden Vorgängern gemeinsam. Der CTR 3 ist ein Fahrzeug für den aktiven Fahrer - einfach Fahrmaschine pur.
Die Mittelmotorbauweise ermöglicht eine ausgewogene Gewichtsverteilung für ein noch agileres Handling und einen längeren Radstand für mehr Fahrstabilität im Hochgeschwindigkeitsbereich. Die Karosserie des CTR 3 ist eine völlige Neuentwicklung, sie basiert auf keinem bestehenden Mittelmotorkonzept. Sie ist auf eine optimierte Aerodynamik für hohe Geschwindigkeiten ausgelegt. Die Karosserie ist in einer intelligenten Mischbauweise aufgebaut. Die Struktur des Vorderwagens und der Bodengruppe bestehen aus verzinktem Stahlblech. Motor und Getriebe sind an einem als Spaceframe und Gitterrohrrahmen ausgeführten Aggregateträger montiert. Als Überrollschutz fungieren die verstärkten A-Säulen und der hinter dem Cockpit verlaufende Rohrrahmen. Die Türen mit dem integrierten Seitenaufprallschutz und die Fronthaube sind aus Aluminium gefertigt. Über die Karosserie spannt sich eine Außenhaut aus Kevlar-Carbon.
Alois Ruf kreierte diese klassische Sportwagen-linie, die er lange Zeit in seinen Gedanken gehegt hatte. Zusammen mit seinem Design- und Ingenieurteam realisierte er nun diese Idee.
Beim Motor setzt RUF auf eine 30jährige Erfahrung mit aufgeladenen Boxermotoren. Aus 3,8 Liter Hubraum leistet der 6-Zylinder-Biturbo 515 kW (700 PS) bei 7.000 Umdrehungen pro Minute. Das maximale Drehmoment von 890 Nm liegt bei 4.000 Umdrehungen pro Minute an der Kurbelwelle an. Dieses Hochleistungsaggregat vereint kompakte Bauweise mit höchster Motorleistung. Die beiden Ladeluftkühler sind vor den Hinterrädern positioniert.
Das neu entwickelte sequenzielle 6-Gang-Schaltgetriebe ist als Quergetriebe konzipiert. Es ist auf eine Kraftübertragung von bis zu 1.200 Newtonmeter ausgelegt. Der eingelegte Gang wird in einem Display im Instrumententräger im Cockpit angezeigt. Das Lamellen-Sperrdifferenzial hat einen Sperrwert von 40 Prozent Zug und 60 Prozent Schub.
Das Fahrwerk ist auf hohe Fahrdynamik und Fahrsicherheit ausgelegt. An der Vorderachse sind McPherson-Federbeine und ein Querstabilisator eingebaut. Bei der Raumlenkerhinterachse steht der Motorsport Pate. Die quer liegenden Stoßdämpfer, welche in Schraubenfedern geführt werden, sind über Pushrods mit den Radträgern verbunden.
Die Bremsanlage ist auf höchste Verzögerungswerte abgestimmt. An Vorder- und Hinterachse kommen 6-Kolben-Aluminium-Festsättel und gelochte, innen belüftete Bremsscheiben aus Keramik-Composite mit einem Durchmesser von 380 Millimeter zum Einsatz. Ein speziell abgestimmtes Bosch Antiblockiersystem verhindert selbst bei höchster Bremsleistung zuverlässig das Blockieren der Räder.
Der CTR 3 rollt auf geschmiedeten Leichtmetallrädern mit Zentralverschluss. An der Vorderachse sind Reifen der Dimension 255/35 ZR 19 auf 8,5 J x 19 Zoll Rädern montiert. Hinten sind Reifen der Größe 335/30 ZR 20 auf 12,5 J x 20 Zoll Rädern aufgezogen.
Das Cockpit wird ganz nach Kundenwunsch gestaltet. Entweder funktionaler Leichtbau oder sportlich-luxuriös mit einer Leder-Alcantara-Ausstattung. Zentrales Bedienelement ist der Aluminiumschalthebel für das sequenzielle Getriebe. Selbst der Tachometerendwert von 420 km/h signalisiert dem Fahrer, dass beim CTR 3 jedes Detail für Höchstleistung ausgelegt ist.
Die Leichtbaumaß-nahmen ermöglichen ein Leergewicht (nach DIN) von nur 1.400 Kilogramm. Hieraus resultiert ein Leistungs-gewicht von nur 2 Kilogramm pro PS.
Die Fahrleistungen des CTR 3 sind erwartungsgemäß atemberaubend. In der Beschleunigung aus dem Stand auf 100 Kilometer pro Stunde vergehen nur 3,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 375 km/h erreicht.